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Frankreich
Korsika I + II
Hier gibt's eine
Kartendarstellung meiner GPS-Tracks von Korsika

Und hier alle Tracks als GPX zum Download:
Korsika I: Korsika1.gpx (140KB)
Korsika II: Korsika2.gpx (120KB)
Korsika III (1.Ausflug): Korsika3A.gpx (9KB)
Korsika III (2.Ausflug): Korsika3B.gpx (25KB)
Hinweise (Wegpunkte): KorsikaWaypoints.gpx (25KB)

Auf Korsika existiert eine ganz eigene Sprache in der einige Begriffe wie auch Maßeinheiten eine teilweise irreführende Bedeutung besitzen. Ein Schild mit der Beschriftung "Camping 600m a gauche" weist z.B. auf einen Campingplatz in 1.5km Entfernung auf der rechten Straßenseite hin (Porto). Im Kilometerabstand wiederholte Hinweise auf einen Campingplatz mit "Douches chaudes" in 10,9,8,...,1km weisen dagegen tatsächlich auf einen Campingplatz in entsprechender Entfernung hin, aus dessen erst nach 18Uhr geöffneten "hei├čen" Duschen allerdings nur ein winziges Rinnsal eiskalten Wasser triefelt (Corte). Dass auf Korsika oft und gerne auf alle möglichen Schilder geschossen wird kann da eigentlich nicht mehr verwundern.

Zerschossener Wegweiser


Wanderwege sind auch markiert - wenn auch nicht überall derart ausführlich wie hier:

Wanderwegmarkierungen

Auch die "Desert des Agriates" hat zwar durchaus einige Steine, ist für eine "Wüste" aber doch recht grün. Wüstentypisch ist allerdings, dass man den einzigen Schatten weit und breit selbst produziert.

Fassen wir also mal zusammen:
Korsisch:

Deutsch:
1m

2.5m
1km (= 400m)

1km
gauche

rechts
chaude

eiskalt
Desert

Wüste


Die Viecher (Schweine, Ziegen, Schafe, Kühe, ...) latschen auf Korsika übrigens alle frei und scheinbar vorzugsweise auch auf den Straßen herum. Die Schweine können dabei auch mal etwas zudringlich werden...

Korsische "Pistensau"


Des Weiteren kann man vermerken, dass es relativ viel Wasser gibt. Auch an den Straßen findet man oft Quellen, an denen man "nachtanken" kann. Manchmal hat das Wasser aber komische Farben...

Grünes Wasser

Noch ein paar Empfehlungen:
Östlich von Calvi nehme man die Hinterlandstrecke (über Belgodere): Einmal rauf dann ziemlich steigungsneutral und wieder runter; allemal sehenswerter als die "Küstenstraße" - von der aus man eh kaum Küste sieht. 
Südlich von Calvi wird's richtig nett, nur eine brennende Müllkippe vernebelt kurzzeitig noch den Ausblick auf Meer und Küste. 
Empfehlenswert auch die Strecke Porto - Corte: Erst für das körperliche Wohl 1477 Höhenmeter (Col de Vergio), die recht gleichmäßig auf 34km verteilt sind (<4%), dann für die Seele eine Schluchtdurchfahrt (Scale di St. Regina) die man gesehen haben sollte.
Die Ostküste (Bonifacio - Bastia) und korsische Pizzen sind dagegen größtenteils zu meiden. 
Festland
Hier gibt's eine
Kartendarstellung meiner GPS-Tracks vom Festland

Und hier alle Tracks als GPX zum Download:
Pyrenäen I: Pyrenaeen.gpx (161KB)
Pyrenäen II + Atlantik: PyrenaeenAtlantik.gpx (407KB)
Provence + Cote d'Azur + Alpes: ProvenceCoteDAzurHauteAlpes.gpx (320KB)
Auvergne + Provence + Cote d'Azur: AuvergneProvenceCoteDAzur.gpx (169KB)

Pyrenäen I
In St. Jean Pied-de-Port bezahlt auf dem Campingplatz nur die Hälfte wer behauptet sich auf einer religiös motivierten Wanderung zu befinden (die Benutzung von Fahrrädern scheint dem Wanderungsgedanken nicht grundsätzlich entgegenzustehen). Das Lourdes-Erlebnis (einziges Mal Sonne) hatte bei mir dann aber doch nicht ausreichend religiöse Anwandlungen freigesetzt... 
Wenn man auf einer Passabfahrt im Nebel von einem entgegenkommenden Radfahrer mit den Worten "DES CHEVAUX !" begrüßt wird, dann könnte das als Hinweis auf die Gäule gemeint sein die sich mitten auf der Fahrbahn fleetzen. 
Wenn man Pech hat fährt man über mehrere "Tour-Klassiker" (Col d'Aubisque, Col d'Aspin, Col du Tourmalet) und sieht ab halber Höhe immer nur dieselbe verdammte Wolke von innen (zum Glück aber nie dasselbe Pferd an zwei Pässen)
Pyrenäen II
Zweiter Anlauf, um die Pyrenäen auch mal bei Sonnenlicht zu sehen...
Perpignan
Hauptstadt der Fluppenschnorrer: Durchschnittliche Anhaurate liegt bei 4x/km (wenn zu Fuß unterwegs).
Pyrenäen
Bei Sonne machen die "Berje" mehr Spaß (verglichen mit der Reise Pyrenäen I - siehe oben). In den östlichen Pyrenäen hat man die Wahl zwischen Straßen die in den Michelin-Karten als große "rote" und solchen die als (sehr) kleine "weiße" Straßen verzeichnet sind, d.h. entweder man radelt praktisch auf 'ner Autobahn oder man hat Schwierigkeiten unterwegs was zu Essen zu kriegen. Nur Stuttgarter kennen nicht rote und zivilisationsnahe Schleichwege. Ohne diese muss man den Port de Pelheres (2000m) ohne Abendessen und ohne richtiges Frühstück erklimmen.
Den (gefühlten) Übergang zwischen östlichen und westlichen Pyrenäen bildet der sehr empfehlenswerte Col du Port: mit nur 1200m gut zum eingewöhnen (komplett unnötig nach dem Port de Pelheres), nach oben immer flacher werdend (recht angenehm - besonders nach den Port de Pelheres), eine hervorragende Sicht gen Osten bietend und (im groben Unterschied z.B. zum Port de Pelheres) ziemlich gerade wieder runter gehend. In den westlicheren Pyrenäen gibt es auch "gelbe" Straßen, weshalb man keine Stuttgarter mehr braucht - sie aber seltsamer Weise trotzdem wiedertrifft.

Eine furchtbare Seuche zwingt in der Gegend jeden seinen Drahtesel den Tourmalet hochzutreiben. Oben weiß man dann nicht wo man seinen eigenen noch anbinden soll. 

Als ich in Oloron in einem Fahrradgeschäft nach dem Weg frage, fängt der freundliche Verkäufer an auf seinem Computer rumzuhacken. Was ich dann zu sehen kriege ist eine automatische Französisch-Deutsch-Übersetzung der Wegbeschreibung. Am nächsten "Feuer" soll ich rechts abbiegen steht da - aha! Die Assoziations-Synapsen sind schon ziemlich eingeschnappt - aber zum Glück steht der Original-Text noch drunter. Bei "feu"  klickerts dann doch noch: das heißt nicht nur Feuer sondern auch Ampel.

Zum Abschluss der Bergetappen dann nochmal nach St. Jean Pied-de-Port, wo ich diesmal ohne ein Glaubensbekenntnis (vgl. Pyrenäen I) ablegen zu müssen unschlagbare 3,75 Euro für den Campingplatz bezahlt habe (etwa die Hälfte des zweitbilligsten Platzes) - muss wohl diesmal einen unzweifelhaften (wenn auch falschen) Eindruck hinterlassen haben...
Atlantik-Küste (Bayonne - La Rochelle)
Oh lala da verwöhnen einen die französischen Verkehrsplaner aber mit ganz was Feinem: Radwege, zweispurig (gestrichelte Mittellinie) und mit "Rechts-einordnen-Pfeilen" vor Engstellen. Das ganze über und über mit Verkehrszeichen verziert - leider immer den "falschen", wie "STOP" oder "Vorfahrt gewähren" und dass vor jedem verdammten Feldweg und jeder (Campingplatz-) Ausfahrt - oft garniert mit Poller-Schikanen, an denen man mit Packtaschen prima hängenbleiben kann.
Wer sich da beschwert, weiß noch nicht wie's weitergeht: zwischen Lacanau-Ocean und Hourtin-Plage verjüngt sich die "Route cyclable" nach und nach auf filigrane 40cm Breite. Der Aufgabe dieses zierliche Gebilde noch weiter zu verjüngen haben sich schon schwere Holzerntemaschinen erfolgreich angenommen. Das Unheil verbirgt sich jedoch neckisch unter einer Schicht feinsten Zuckersands. Wobei das eigentliche Unheil dann darin besteht, dass sich unter dem Sand teilweise garnix mehr verbirgt (außer weiterem Sand). Das heißt dann ab über'n Lenker... Aber Schläge auf den Hinterkopf sollen ja das Denkvermögen steigern - und richtig da war doch was auf der Karte: nämlich eine parallele "Route interdit" einen km nördlich. Selbstredend zum großen Teil nagelneu asphaltiert und sagenhaft breit.
Als Belohnung für die Strapazen gibt's außerdem den Ausblick auf den Atlantik und Sandwichs, Crepes, etc.
La Rochelle - Limoges
La Rochelle - Angoleme (120km):
Nach Auskunft eines holländischen Rechengenies beträgt die Distanz zwischen La Rochelle und Angoleme 180km. Woher der Mann nur wusste, dass ich aufgrund extremen Gegenwinds erst freiwillig einen Umweg fahre, dann extrem unfreiwillig eine riesen Umleitung nehme, um schließlich in Angoleme festzustellen, dass der dortige Campingplatz extrem das Existieren aufgegeben hat und ich also wieder 20km zurück fahren muss? - ein Rätsel. Jedenfalls standen nach dieser Odyssee tatsäclich 180km auf dem Tacho. Warum mich am nächsten Morgen (schon) wieder in Angoleme jemand mit großen Augen anglotzt und dann gerade als ich mich auf's Bike schwinge und losfahre "Hallo" (nicht etwa "salut" oder "bonjour") sagt? - noch so'n Rätsel.
Limoges bringt die Erkenntnis, dass ich offensichtlich schon zu lange im Urlaub bin: jetzt fallen mir schon kahlköpfige Frauen auf, die im Gegensatz zu ihren großen hässlichen Kampftölen Halsbänder tragen. Na zum Glück geht's jetzt - zwecks umgehender Resozialisierung zurück nach Berlin (aber vorher noch rasch nach Paris).
Paris
Die beharrliche Abwesenheit einigermassen klarer Verkehrsregeln scheint einen überraschend positiven Einfluss auf die Verkehrssicherheit zu haben: nackte Angst macht halt aufmerksam. Zweite Überraschung: alles ziemlich gut ausgeschildert (aber nur in der Innenstadt wie mir glaubhaft versichert wurde). 
Wer La Defense besucht sollte sich den 400m langen Holzsteg hinter La Grande Arche (dem "Haus mit dem Loch") nicht entgehen lassen. Dieser führt über zwei Friedhöfe hinweg und endet im Nichts. Warum das offensichtlich auf einige einen so irrsinnig romantischen Einfluss ausübt hat sich mir aber nicht so ganz erschlossen... (eine tragische Verwechslung mit der Pont de Arts?)
Auvergne (Massif Central)


Friesisch herb? Nö, das ist die Auvergne, wo die Straße - recht typisch - auf um die 1000 Höhenmeter verläuft. Die in dieser Auflösung nur ganz schwach erkennbaren kleinen weißen Punkte weiter hinten sind dementsprechend auch gar keine Schafe und in echt auch keine kleinen weißen Punkte sondern recht ansehnliche Rindviecher.



Trotz der Vorliebe der Straßen für große Höhen geht's hin und wieder runter aber danach meist schnell auch wieder rauf. Da bekommt man schonmal Hunger - und sieht die seltsamsten Sachen... (auch weil man in der Gegend versorgungstechnisch manchmal leichte Defizite beklagen möchte)



Puh - geschafft... hier hatte ich Angst dass etwas anderes Hunger haben könnte. Auch wenn mir versichert wurde der T-Rex hinter mir (auf dem Bild leider nicht zu sehen) wolle doch nur spielen...
Causse Mejean, Cevennen und Camargue
Causse Mejean und Cevennen
Hier gibt's eine
Kartendarstellung meiner GPS-Tracks von der Causse Mejean

Und hier alle Tracks als GPX zum Download:
Halbumrundung: CausseMejean_Halbumrundung.gpx (184KB)
Auf der Causse: CausseMejean_AufDerCausse.gpx (53KB)
Sainte Enimie: CausseMejean_SainteEnimie.gpx (78KB)
Auf der Causse: CausseMejean_MtAigoual (118KB)
Contobre: CausseMejean_Contobre.gpx (160KB)

Leider
                unterstützt dein Browser das Canvas Element nicht,
                daher funktioniert die Panorama-Ansicht nicht

Hier ein Panorama-Blick auf halbem Rückweg vom Mont Aigoual (1567m) zur Causse Mejean. Mit dem im Frühsommer besonders präsenten gelben Ginster. Der Mont Aigoual ist übrigens der feuchteste Ort in ganz Frankreich (da hatten wir wohl Glück)

In dem Gebiet gibt es sehr viele, sehr kleine und äußerst verkehrsarme Straßen, was das Fahren ausgesprochen angenehm macht (zumindest im Frühsommer war das so). Viele Straßen sind trotz ihrer Kleinheit in gutem Zustand, manche aber auch etwas holprig. Zwischen Le Rozier und Les Vignes hatten wird das Glück, dass a) eine Komplettsperrung wegen Bauarbeiten bestand und wir b) als Radfahrer trotzdem durch durften und so (fast) ganz alleine dort unterwegs waren.


Die Sekrete von Dominique (welche möchte man wahrscheinlich gar nicht so genau wissen) sind also Produkte des Terrors! Und dieses Teufelszeuchs kann man hier einfach so in Flaschen abgefüllt kaufen - skandalös! (BTW: an meinem Französisch arbeite ich noch...)

Neben Dominique haben besonders auch steilere Hänge kleine Überraschungen parat: dort liegen öfter mal Steine auf der Straße - in Abfahrten ist also etwas Vorsicht geboten! Daher haben wir für die Abfahrten von der Causse Mejean lieber die größeren Straßen gewählt, wo das weniger häufig der Fall ist...

Camargue
Hier gibt's eine
Kartendarstellung meiner GPS-Tracks von der Camargue

Und hier alle Tracks als GPX zum Download:
Runde 1: Camargue1.gpx (61KB)
Runde 2: Camargue2.gpx (55KB)

Die Camargue war nur ein Fluchtrevier vor allzu schlechtem Wetter. Plan hat funktioniert: Wetter war erheblich besser; nur sehr windig war's: in die eine Richtung mit vollem Einsatz 20km/h in die andere dann mit dem Finger in der Nase 45km/h...

Es gibt auch hier einige kleine (zumindest im Frühsommer) verkehrsarme Sträßchen. In 2-3 Tagen hat man allerdings dass meiste gesehen.


Die berühmten (Halb-)Wildpferde stehen meist in Reih und Glied hinter Zäunen. Die Flamingos sind dagegen echt "wild" (wenn sie nicht gerade den Trick mit dem einbeinigen Pennen vorführen, wie hier der Kollege links)

Cote d'Azur / Provence
Nach der Auvergne nun weiter in den Süden...
Cote d'Azur


So sieht das zwischen Cannes und St. Raphael aus - d.h. rote Felsen sind extrem angesagt (ich habe leider nicht überprüft ob die Farbe in den örtlichen Baumärkten überhaupt noch erhältlich ist). In der Gegend sind auch extrem viele Rennradfahrer unterwegs - nicht alle sind rundum begeistert von einem "Packesel" verfolgt zu werden.



Weiter westlich bei Le Lavandou ist eher das Hinterland empfehlenswert - insbesondere die oben gezeigte Strecke zum Col de Babaou. Die Straße ist sehr schmal und vielen Autofahrern (von denen es dann dort aber doch insgesamt nicht viele gibt) fehlt das Gefühl dafür wo die rechte Seite ihres Fahrzeugs ist. Deshalb halten sie sich gerne mittig auf der Fahrbahn auf. Damit sie sich nicht den kostbaren Rückspiegel abfetzen, während sie alle Entgegenkommenden in den Graben jagen, haben sie diesen angeklappt. Vorsicht vor diesen Schlaubies ist besonders bei der Abfahrt geboten...
Provence


Auch rot ist es wenn es gerade mal wieder brennt. Dann kommen diese Löschflugzeuge zum Einsatz, stürzen sich in ein größeres Gewässer (zB. das Meer), füllen dabei ihre Wassertanks, starten durch und werfen das Wasser schließlich über dem Brandherd wieder ab. Das ist gut - angesengt zu werden wäre schließlich ärgerlich...

Auch ärgerlich ist, dass früher viele Straßen dort nach folgender Methode gebaut wurden: ultraweichen Teer auswalzen, Steinchen draufkrümeln und hoffen, dass sich der Mist festfährt (tut er aber lange nicht). Nach wenigen km hat man den ganzen Rahmen und die Beine voll mit dem Zeuchs (evtl. liegt hier der wahre Grund warum sich Profi-Radfahrer die Beine rasieren). Super auch dass solche Beläge in Gefälle-Kurven Falten werfen...  Irgendwann hat man dann einen halbwegs festen aber super rauhen und unebenen Belag. Zum Glück scheinen diese Straßenbeläge inzwischen weitgehend verschwunden zu sein.

Ebenfalls weitgehend verschwunden oder von mir diesmal übersehen sind viele Lavendelfelder. Diese kündig(t)en sich üblicher Weise in drei Stufen an: 
1. olfaktorisch, 2. akustisch (lautes Brummen), 3. visuell. 
Ab Phase 2. Mund schließen und Brille auf, denn das Brummen stammt von Insekten - und zwar vielen.
Gorges Du Verdon (Grand Canyon)


Hier das westliche Ende der Gorges Du Verdon - mit (ziemlich beschränktem) Blick auf den Lac de Ste. Croix. Wer sich entschließt den Canyon zu umrunden hat ziemlich genau zwei Möglichkeiten:
  1. im Uhrzeigersinn
  2. andersrum
Wer Höhenangst hat und erstere Variante wählt sollte sich im klaren sein was er/sie tut (es geht dann nämlich immer direkt am Abgrund lang...)
Patrick Rammelt, 2011